Geschichte und Idee des Heilpädagogischen Zentrums
 

Alles beginnt mit einer Versöhnungsreise

1991 besucht eine Gruppe evangelischer Christen aus dem Rheinland die Stadt Pskow, um des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die damalige Sowjetunion im Juni 1941 zu gedenken. Präses Peter Beier leitet die Delegation, die das Ziel hat, neue Brücken zwischen Russen und Deutschen zu bauen. Denn Pskow hat besonders gelitten. Als die deutschen Besatzer die Stadt räumten, ließen sie verbrannte Erde zurück. Im Rahmen der Gedenkfeiern treffen Pfarrer Klaus Eberl und Kirchmeister Hans Thies im Hause eines russisch-orthodoxen Priesters eine Elterngruppe mit behinderten Kindern, die in einer hoffnungslosen Situation leben. 
 
Über Jahrzehnte  hinweg  galten Menschen mit Behinderungen als Störfall im sozialistischen System, wurden weggeschlossen - zu Hause oder in Anstalten, wurden als nicht förderfähig eingestuft. Therapie und Betreuung, Familienentlastung und schulische Konzepte sind für schwerstbehinderte Kinder unbekannt. Mit den Eltern entsteht die Idee, eine Schule zu schaffen und dadurch einen Beitrag zur Integration zu leisten. Das Wort Versöhnung gewinnt konkrete Züge.
 
Bis im September 1993 das Heilpädagogische Zentrum eröffnet werden kann, müssen viele Steine aus dem Weg geräumt werden. Zunächst stößt das Projekt in der Stadt auf Unverständnis. Warum soll eine Einrichtung für Menschen geschaffen werden, die nicht in den normalen Arbeitsprozess eingegliedert werden können? Was sollen die Kinder lernen? Müssen sie operiert werden? Werden die Kinder gesund durch wunderbare Medizin? Urteile und Vorurteile.
Die Eltern kämpfen leidenschaftlich um eine Zukunftsperspektive für ihre Kinder. Es entsteht ein tragfähiges Netzwerk verlässlicher Partner. Die Stadtverwaltung Pskow stellt ein Grundstück an der Welikaja zur Verfügung, das Land Nordrhein-Westfalen bezuschusst den Bau des Schulgebäudes, die Rurtalschule für Geistigbehinderte in Heinsberg-Oberbruch sorgt für die pädagogischen Impulse sowie die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Die evangelische Kirchengemeinde Wassenberg wird Trägerin der Einrichtung, schafft eine Art russische Filiale. Schließlich wird ein großartiges Mitarbeiterteam eingestellt, das sich auf das Abenteuer einlässt, pädagogisches Neuland zu betreten - unter weithin ungeklärten Rahmenbedingungen.
 

 
Klaus Eberl und Vater Wladimir
 
 

 
Generalkonsul Braun bei der Eröffnung des Anbaus 2007


 
 
 

 

 
 Das HPZ im Winter 1998
 

 
HPZ mit Erweiterungsbau 2007
 

 


 
Klaus Eberl und Michail Choronen bei der Eröffnung des Erweiterungsbaus 2007
   


 
Eröffnung der Wohngruppe
   



 
Klaus Eberl wird Ehrenbürger der Stadt Pskow